Konkurrenz vs Kooperation

Von Natur aus sind wir Menschen konkurrierende Wesen. Wohin das Auge blickt herrscht eine gewisse Ellbogenmentalität, die uns antreibt unsere Ziele hartnäckig zu verfolgen. Ob im Berufsleben, beim Sport, im Studium oder in der Schule – Wir wollen herausstechen und besser sein als unsere Mitmenschen. Zurückzuführen ist ein solches Verhalten unserem natürlichen Bedürfnis nach Wertschätzung, Anerkennung und Status. Ein Bedürfnis, das uns zwar motiviert zielstrebig zu handeln, jedoch kann es uns ebenfalls zum Einzelkämpfer werden lassen und in vielen Situationen zu Stress, Egoismus, Unrecht und Unfairness führen. Somit stellt sich die Frage, ob der Konkurrenzgedanke, dem Menschen nachhaltig zum Erfolg und Wohlergehen führt oder ob er nur kurzfristige Impulse und Anreize bewirkt.

Kooperationen zur Entstehung von Neuem

Das Gegenstück zur Konkurrenz stellt der Gedanke von Kooperationen und gemeinschaftlicher Zielerreichung dar. „Kooperation ist die treibende Kraft für die Entstehung von Neuem und kommt deutlich vor der Konkurrenz.“ (– Bölker, Gutmann, Hesse: „Information und Menschenbild“). Durch das Bilden von Kooperationen entsteht Wissenstransfer und sozialer Austausch, welcher gebündelt, dem Wissen des Einzelkämpfers stark überlegen ist. Denn eins steht fest, Einheiten, bestehend aus unterschiedlichen Persönlichkeiten, Talenten und Experten können Probleme und Hindernisse effektiver und gezielter lösen als der Einzelkämpfer. Bei einer Kooperation geht es darum Kreativität, Wissen, Technologie und Innovation zu vereinen und somit neuartige Lösungsansätze für bestehende Probleme zu entwickeln. Anstatt also die bestehende Konkurrenz zu fürchten und ihr aus dem Weg zu gehen, liegt der Weg zum Erfolg in einer ehrlichen Zusammenarbeit, bei der alle beteiligten Partner gleichermaßen profitieren. Der Begriff Synergieeffekte spielt hier eine zentrale Rolle. Er beschreibt die positive Wirkung, welche sich aus der Zusammenarbeit zweier oder mehrerer Parteien ergibt. Es entsteht also eine Win-Win-Sutation, welche zu neuen Erkenntnissen und innovativen Lösungsansätzen führen kann. Kein Wunder also, dass die Anzahl von Kooperationen und Fusionen in unterschiedlichen Bereichen wie der Wirtschaft, der Politik, dem Design und der Kunst stetig wächst.

Durch Kooperationen eine Win-Win-Sitation schaffen

Auch die Modebranche ist geprägt von ständigen Konkurrenzkämpfen und dem „Survival of the Fittest“ Gedanken, der davon ausgeht es gäbe den einen Star-Designer, der die Modewelt aufmischt und revolutioniert. Jeder junge Modedesigner träumt davon groß raus zu kommen und seine persönlich gestalteten Kollektionen weltweit zu verkaufen. Die Konkurrenz ist jedoch groß und kann, bereits im Studium oder der Ausbildung zu der bereits aufgeführten Ellbogenmentalität führen. Eine Mentalität, die in unserer heutigen Zeit jedoch mehr als veraltet ist. Wir leben in einer Welt, in der jeder Mensch persönliche und individuelle Stärken und Schwächen vorweist. Auch in der Modebranche spalten und unterscheiden sich Talente und Persönlichkeiten. So hat der eine besonderes Talent im Nähen oder im Entwickeln kreativer Kollektionskonzepte, der andere ist vielleicht affin für Grafikdesign und innovative Textilien. Anstatt also die verschiedenen Talente zu bündeln und in Form von Kooperationen ein Gesamtpaket anzubieten, verharren zahlreiche Designer im Konkurrenzdenken und fokussieren sich somit lediglich auf die eigenen Stärken. Dem Einzelkämpfer wird zudem ein erweitertes Netzwerk sowie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Vertriebskanälen, welche in der Modebranche von großem Vorteil sind, verwehrt. Alleine bei der Materialbeschaffung scheitern einzelne Designer bereits an hohen Bestellmengen oder Vorinvestitionskosten, die nicht zu decken sind. Wie ihr seht, kann durch Zusammenarbeit und Kooperation auch hier eine klare „Win-Win-Situation“ für alle beteiligten Parteien entstehen.

Dynamische Möglichkeiten durch ungleiche Partner

Da wir bereits von der Modebrache sprechen, macht es Sinn einen Blick auf ein unausweichliches und weltweit relevantes Thema zu werfen. Die Bereiche Nachhaltigkeit, Ökologie und Menschenrechte leiden stakt unter den Folgen der Textilindustrie. Als Einzelner ist die Durchsetzung von Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung dieser Probleme jedoch schlichtweg nicht möglich. Erst durch die Zusammenarbeit von ungleichen Partnern, wie beispielsweise Design-Experten und Textiltechnologen, erweitert sich der Handlungsspielraum bei der Umsetzung, wodurch die Möglichkeit und Dynamik für durchdachte, innovative und kreative Nachhaltigkeitskonzepte erhöht wird. Auch direkte Kooperationen mit Lieferanten können einen unmittelbaren Einfluss auf verbesserte Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette haben, wodurch ein positiver Beitrag für menschliches Wohlergehen geleistet wird. Wir alle wissen, dass die Modebranche stark zur Belastung unserer Umwelt und des Menschen beiträgt. Aus diesem Grund sind Kooperationen und Fusionen, die gemeinsam zielführende Gegenmaßnahmen entwickeln, gefragter denn je.

Das Co Fashion Design Lab macht‘s vor!

Wir, vom Co Fashion Design Lab haben das Potential und die Notwendigkeit von Kooperationen in der Modeindustrie erkannt und wollen uns dafür einzusetzen. Unser Design Lab soll als Treffpunkt für zahlreiche und unterschiedlicher Talente fungieren, welche die Chance haben Teil einer kreativen Community zu werden. Wir wollen einen interdisziplinären Austausch ermöglichen und die Entstehung von Fusionen und Zusammenarbeit fördern. Es wird Zeit dem Konkurrenzgedanken entgegenzuwirken und Probleme gemeinsam anzugehen.

 

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